Turnierberichte

 

Rotkäppchen goes WM – 2009.

 

Austragungsort für die diesjährige WM der Startklasse Sen IIS war Platja d’Aro, ein kleiner Ort an der Costa Brava im Nordosten der spanischen Region Katalonien.

Wir haben uns mit einer kleineren Abordnung der mittlerweile über die Landesgrenzen hinaus bekannten Rotkäppchenbande – diesmal jedoch auf getrennten Wegen – aufgemacht, die Fahnen unserer Vereine international zu vertreten. Wir, das sind

                                                                                                   Monika und Michael Schneider (MTV Braunschweig),

Bettina Mangeng und Uwe Vornkahl (HTC Hildesheim) sowie

Conny und Uwe Bodinet vom TSZ Braunschweig,

 trafen am Vortag der WM an der Costa Brava zusammen, um gemeinsam der für die kommenden Stunden bis zum WM-Turnier unterschwellig vorherrschenden Aufregung und Anspannung Herr zu werden. Und die Natur hatte ein Einsehen und schickte uns goldene Sonnenstrahlen vom Himmel, die einen langen Spaziergang am Meer und an der angrenzenden Strandpromenade ermöglichten.

Wir begegneten dem einen oder anderen befreundeten bzw. uns bekannten Tanzpaar, auf das wir am nächsten Tag als Konkurrent auf der Tanzfläche treffen sollten und tauschten ein paar lockere Worte zum Gruße aus.

Am Nachmittag war dann das Einschreiben fürs Turnier angesagt. Dabei konnte auch ein erster Eindruck der Turnierstätte gewonnen werden – und es war umwerfend: eine riesige Tanzfläche in einer großen Sporthalle, die dem Anlass entsprechend dekoriert und mit vielen Kameras des spanischen Fernsehens sowie einer großen Videoleinwand ausgestattet war. Das ließ schon eine große Vorfreude auf das WM-Turnier bei dem einen oder anderen von uns hochkommen. Anschließend spazierten wir dann noch kurz durch den Ort und inspizierten den ein oder anderen Stand – in Spanien war nämlich Feiertag (span. „Fiesta“) und  die Hauptstraße mit vielen Buden zur Einkaufsmeile umgestaltet – und fanden dann auch noch zielstrebig die „beste Eisdiele Spaniens“.

Den Abend ließ jeder dann auf seine Weise ausklingen, um am Samstag möglichst frisch und ausgeruht die Tanzfläche zu betreten. Dies ist den meisten von uns auch einigermaßen gut gelungen, sofern man überhaupt davon reden kann, wenn der Wecker bereits um 5:00 Uhr klingelt, damit unsere Mädels noch genügend Zeit haben, sich entsprechend den Kriterien einer solchen Veranstaltung aufzustylen. Lediglich Bettina und Uwe hatten das zweifelhafte Vergnügen, – wenn auch durch die Zimmerwand getrennt – an der nächtlichen Flurfete in der 4. Etage teilhaben zu dürfen, was Uwe dann irgendwann dazu bewog, den Telefonhörer zu würgen, um dem lauten Treiben zum Ende zu verhelfen. Morgens beim Frühstück stellte sich dann heraus, dass die von ihm gewählte Telefonnummer zu einem anderen Zimmer gehörte und demzufolge wohl weitere stille Fetenteilnehmer hinzugewonnen wurden.

Nach einem kurzen Frühstück ging dann alles ganz schnell: wir trafen uns gegen 7:00 Uhr (!) in der WM-Stätte mitten im Zentrum von Platja d’Aro, um uns einzutanzen und an die Tanzfläche zu gewöhnen. Um 08:30 Uhr wurde das Turnier dann mit insgesamt 254 teilnehmenden Paaren gestartet.

Nach anstrengenden Runden und Kräfte zehrenden Pausen dazwischen, in denen die Anspannung nicht verloren werden durfte, konnten wir dann folgende Platzierungen für uns verbuchen: Schneiders (Platz 201), Vornkahls (Platz 174), Bodinets (Platz 60).

 

Ich glaube sagen zu dürfen, dass wir uns wohl alle ein bisschen mehr versprochen haben, letztendlich aber mit den Platzierungen doch zufrieden sein durften, erst Recht, wenn man sie im innerdeutschen Vergleich sieht.

Zwischen der ersten und der zweiten Zwischen­runde wurde vom Veranstalter ein Fahnen­ein­marsch organisiert, der ein bisschen olympisches Flair vermittelte. Nach dieser Zeremonie wurden uns im Zuge des gemeinsamen Ausmarsches sogar noch Zer­tifikate über­geben, die eine weitere schöne Erin­nerung an diese beein­druckende Veran­staltung sein sollen.

Abends nach dem Turnier, beim gemein­samen Essen in einem spanischen Restau­rant, hatten wir dann Gelegen­heit, echtes spanisches Temperament kennen zu lernen. Während wir über Gebühr lang auf unsere bestellten Mahlzeiten und Getränke warten mussten und schon dachten, man hätte uns vergessen, brandete plötzlich von allen Seiten Torjubel auf. Zur Erläuterung: der FC Barcelona spielte zur gleichen Zeit bei Real Madrid und dieses Fußballspiel wurde live auf vielen großen Videowänden und Fernsehgeräten übertragen. Und da in diesem Spiel acht Tore, davon immerhin sechs für Barcelona, fielen, nahm der Jubel gar kein Ende mehr. Und das ging dann die ganze Nacht durch und setzte sich in einem riesigen Autokorso unter permanentem Gehupe fort.

Nach dem Essen und einer erneuten kurzen Einkehr in „unserer“ Eisdiele liefen wir noch ein Stück gemeinsam durch den Ort und gingen dann alle unserer Wege. Moni und Micha wieder zurück in den Urlaub, Bettina und Uwe mussten bereits ihre Koffer packen und Conny und ich ließen den Abend bei einem kleinen Glas Rotwein ausklingen. Immerhin hatten wir schließlich am nächsten Tag noch ein IDSF-Turnier vor uns, das ebenfalls früh morgens beginnen sollte.

So dachten wir jedenfalls! Zumindest, bis ich um 8:00 Uhr vor dem Frühstücksraum auf Mecki und Ralf Bode traf, die sich mächtig wunderten, warum wir denn so früh zum Essen erschienen. Wir seien doch schließlich ein „Sternchen­paar“ (was bedeutet, dass wir auf Grund der aktuellen Weltranglistenposition erst in der 2.Runde ins Turnier einsteigen müssen) !?! Dies sei am Samstagabend noch in der Veran­stal­tungs­halle verkündet worden. Nachdem das also geklärt war, konnten Conny und ich unseren Tag dann etwas ruhiger beginnen und zum ersten Mal die Vorrunde eines Turniers als Zuschauer bestreiten.

Etwas angespannter als gewöhnlich betraten wir dann zur ersten Zwischen­runde ohne jegliches vorheriges Eintanzen die Tanzfläche, absolvierten Runde um Runde mit stetig steigender Sicherheit und Routine und schlossen das Turnier schließlich mit einem tollen 15. Platz von 136 Paaren ab – es lagen auch nur noch drei deutsche Paare vor uns.

Damit war dann auch unser tänzerischer Einsatz in Spanien beendet.

Während Bettina und Uwe bereits vormittags abreisten, konnten wir noch den restlichen Tag am Strand verbringen und flogen früh am nächsten Morgen nach Hause.

Monika und Michael genossen das spanische Wetter noch zwei weitere Tage und landeten am Mittwoch noch so rechtzeitig in Deutschland, dass die Teilnahme am Gruppentraining möglich war.

Somit war Spanien für uns alle eine weitere tolle Erfahrung in unserem tänzerischen Leben, und wir sind sicher, da müssen wir nächstes Jahr wieder hin !!

 

 

Hasta la próxima!

 

(Uwe Bodinet)

 

.

Schließen